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Das Auge liest mit – Darstellungsfehler beim Untertiteln

Heutzutage gibt es mehr Untertitel denn je, doch oft wird vergessen, dass auch die Darstellung der Untertitel eine grosse Rolle spielt.

Dank neuer Technologien wie der automatischen Untertitelung, z.B. auf YouTube, gibt es heute mehr Untertitel denn je. Doch diese Entwicklung hat auch etwas Unschönes: Die visuellen Aspekte von Untertitel werden oft vergessen.

Die folgenden fünf Untertitelungs-Fehler zeigen auf, was man beim Formatieren von Untertiteln unbedingt beachten muss. Denn die grafische Darstellung macht den Unterschied zwischen einer durchschnittlichen und einer hervorragenden Untertitelung.

Fehler 1: Schrift zu gross oder zu klein

Nicht jede:r besitzt einen 20 Zoll 4k Fernseher. Nicht selten sind Untertitel auf kleineren Bildschirmen fast unleserlich.

Sind die Untertitel Open Captions, d.h. ein Teil der Bildinformation des Videos, dann sind Grösse und Schriftart nicht mehr einstellbar. Darum wird generell davon abgeraten, Videomaterial auf diese Weise zu untertiteln.

Open Captions sind im digitalen Zeitalter äusserst selten. Doch dieser Fehler geschieht auch bei Closed Captions immer wieder. Oft liegt das daran, dass die Software, auf der das Video gehostet ist (z.B. dem Streaming-Dienst), keine Einstellungen für die Schriftgrösse zulässt. Wenn die Untertitel nicht nach Prozent skaliert werden, kann es vorkommen, dass die Untertitel auf sehr kleinen Bildschirmen kaum lesbar sind. Man sollte die Darstellung der Untertitel auf verschiedenen Bildschirm-Grössen und Auflösungen prüfen.

Fehler 2: Zu viele Zeilen und wechselnde Zeilen

Es sollten nie mehr als zwei Zeilen auf einmal dargestellt werden, denn drei oder gar vier Zeilen sind schwer zu lesen. Man muss immer im Hinterkopf behalten, dass der Zuschauer nur wenige Sekunden Zeit zum Lesen hat.

Zudem sollten die Untertitel fixiert sein. Besonders störend ist, wenn eine Untertitelzeile immer nach oben rutscht. So erscheint eine Textzeile nicht nur einmal, sondern zweimal. Nimmt man den Wechsel eines Untertitels wahr, springt das Auge automatisch wieder auf die erste Zeile. Steht dann aber nach dem Wechsel die zweite Zeile des vorherigen Untertitels, dann liest man diesen zweimal. Sehr irritierend. Noch schlimmer ist, wenn dies immer wieder, aber nicht durchgehend passiert. So ist man mehr damit beschäftigt, die nächste zu lesende Zeile zu finden, als die Botschaft des Textes zu verstehen.

Fehler 3: Kein Kontrast

Farbe und Schattierung ist genauso wichtig für das Verständnis wie die Grösse der Untertitel. Die Farbe sollte so gewählt sein, dass sie an allen Stellen des Videos gut sichtbar und lesbar ist. Ist dies nicht der Fall, stört oder verlangsamt das den Lesefluss.

Oft ist es aber fast unmöglich, eine Farbe zu finden, die für alle Stellen des Videos passt. Abhilfe schafft hier das Verwenden eines Rahmens, einer Schattierung oder eines Hintergrundes.

Die Farbe der Umrahmung sollte möglichst einen Kontrast zur Textfarbe bilden. Bei Schattierungen sollte die Textfarbe ebenfalls z.B. deutlich heller sein als der verwendete Schatten.

Text-Hintergründe, die wie Balken über dem Video erscheinen, sind vor allem in Teletext-Untertitelung zu sehen. Aber auch in Live-Untertitelung finden sie viel Verwendung, da sie gut lesbar sind. Nachteil: Ein grösserer Teil der Bildinformationen geht verloren. Auch bei dieser Lösung ist wichtig, dass Schrift- und Hintergrundfarbe genügend Kontrast aufweisen. Am besten funktionieren hell-dunkel Kontraste, da diese auch von Farbenblinden gut gelesen werden können.

Fehler 4: Platzierung

Idealerweise erscheinen Untertitel nicht wahllos an verschiedenen Stellen des Bildschirmes. Aufgrund der zunehmenden Beliebtheit von Video-Beiträgen auf Social Media-Plattformen ist das kreative Platzieren von Untertiteln gängiger geworden. Wechselnde Positionen sind nicht immer schlecht, aber je nach Art des Videos und Menge des Textes sollte man sich doch eher auf ein bis zwei verschiedene Platzierungen beschränken. Denn gerade bei viel Text oder schnellem Wechsel der Untertitel müssen diese so platziert sein, dass sie schnell gefunden und gelesen werden können.

Fehler 5: Überlappungen und zu wenig Zeitabstand

Zeitlich überlappende Untertitel sind ein No-Go. Einzige Ausnahme: Die Untertitel sind an zwei verschiedenen Stellen des Bildschirms platziert. Dies geht aber nur, wenn die Untertitel kurz sind und/oder lange genug eingeblendet werden, um gut lesbar zu sein.

Ist zu wenig Zeitabstand zwischen den Untertiteln, hat man beim Lesen zu wenig Zeit, um sich auf den Wechsel des Textes vorzubereiten. Als Folge werden die Informationen weniger gut aufgenommen.

Ebenfalls wichtig: Die Abstände sollten, wenn immer möglich, gleich lange dauern. So bleibt das Leseerlebnis kohäsiv.

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